Eine Replik zum Leitartikel von Benjamin Rothschild, Stellvertretender Chefredaktor.
Unter dem Titel «Echte Lokalzeitungen statt «Käseblätter»» vom 13.06.2018 im AVU und auf zueriost.ch, schildert Benjamin Rothschild, wie die Lokalzeitungen im Glattal unter Druck geraten. Im Leitartikel vermutet Benjamin Rothschild, dass die Praxisänderung bezüglich öffentlicher Publikationen (neu dürfen sie ausschliesslich digital publiziert werden) die Parteien veranlasst hätte, «ihre Vorstellungen und Ansprüche an amtliche Publikationsorgane durchzusetzen – und Druck auszuüben.» Als Erstunterzeichner des Postulats wiederspreche ich dieser Darstellung. Das Postulat fordert, dass eine Dienstleitung mit Kosten von jährlich rund CHF 150'000.00, neu ausgeschrieben wird. Eine Vergabeüberprüfung öffentlicher Publikationen ist von Zeit zu Zeit absolut sinnvoll. Nur so ist sichergestellt, dass ein Medienhaus nicht zu abhängig von der öffentlichen Hand wird und unabhängig und kritisch arbeitet.
Damit eine Lokalzeitung für die Leserschaft attraktiv bleibt und nicht zu einem «Käseblatt» wird, hat die Politik Rahmenbedingungen für die Ausschreibung des Auftrags formuliert. U.a. soll den Parteien zur öffentlichen und ausgewogenen Information – nach den Parteiversammlungen – wieder ein Leserbrief zugestanden werden, wobei die Redaktion die maximale Zeichenanzahl definieren soll. Weiter wird ausbedungen, dass Leserbriefe zu kommunalen, kantonalen und eidgenössischen Abstimmungen auch Platz finden sollen. Dübendorf ist kein abgeschottetes Gebiet der Eidgenossenschaft. Eine Abstimmung über z.B. die Unternehmenssteuerreform III oder die AHV-Reform betrifft Dübendorf im gleichen Masse, wie den Rest der Schweiz. Der Kampf der Argumente soll sich nicht auf lokale Themen beschränken. Auch nach der Neuausschreibung und mit den formulierten Mindestanforderungen wird es in Dübendorf keinen redaktionellen Eingriff seitens der Behörden und Parteien geben. Die Redaktion ist aufgefordert, weiterhin kritisch zu berichten und Behörden sowie Parteien zu hinterfragen.
Es ist aber ein Gebot des Marktes, dass mittels Ausschreibung evaluiert wird, welches Medienhaus für Dübendorf die optimalsten Leistungen erbringt. Dazu sind auch die Zürcher Oberland Medien AG eingeladen.
Mit der Ausschreibung wollen wir keine massgebliche Veränderung. Nein, wir möchten nur unseren geschätzten und mit den Parteien und Vereinen in Kontakt stehenden alten «Glattaler» zurück.
Patrick Walder, Präsident SVP Dübendorf, Erstunterzeichner des Postulats
Forderungen im Postulat:
Das Publikationsorgan erscheint wöchentlich;
Die behandelten Themen der Gemeinderatssitzung (Legislative) werden redaktionell aufbereitet und publiziert;
Die amtlichen Publikationen der Stadt Dübendorf werden gegen Entgelt publiziert;
Sämtliche bei der Redaktion eingehenden Abstimmungsparolen der Parteien werden übersichtlich, vollständig und rechtzeitig ohne Entgelt publiziert;
Den Parteien wird ein Leserbrief nach der jeweiligen Parolenfassung zugestanden und in der nächstmöglichen Ausgabe ohne Entgelt publiziert. Dafür ist eine maximale Zeichenanzahl zu definieren;
Es werden Leserbriefe zu kommunalen, kantonalen und eidgenössischen Abstimmungen publiziert;
Eingesandte der Parteien werden unter Einhaltung der maximalen Zeichenanzahl ohne Entgeld im redaktionellen Teil publiziert.
Von einer grundsätzlichen Limitierung der Pro und Contra Leserbriefe pro Ausgabe und Thema wird abgesehen. Die Redaktion achtet aber auf Ausgewogenheit;
Offizielle Anlässe der Stadt Dübendorf werden nach Einladung der Medien redaktionell aufbereitet und publiziert;
Kontradiktorische Veranstaltungen der Parteien werden in der Regel nach Einladung der Medien redaktionell aufbereitet und publiziert;
Wichtige Veranstaltungen von Vereinen und Organisationen, insbesondere Gewerbeverwand sowie Sport- und Kulturvereine, werden nach Einladung der Medien in der Regel redaktionell aufbereitet und publiziert;
Eingesandte von Vereinen und Organisationen werden in der Regel publiziert.


