Die Rentenreform 2020 schiebt die Probleme der Altersvorsorge nur weiter hinaus und verschärft die Schieflage der AHV. Es wird an so vielen Rädchen gedreht, dass man Mühe hat festzustellen, wer nun profitiert oder verliert und was die wirtschaftlichen Folgen sind.

Das Referenzrentenalter der Frauen wird stufenweise auf 65 erhöht und dem der Männer angeglichen. Dieser stärkste Hebel von rund 1,3 Milliarden für die Gesundung der AHV-Finanzen verpufft aber sogleich wieder durch den Rentenzuschlag von 70 Franken. Ihn bekommen alle Neurentnerinnen und Neurentner, nicht aber jetzige Pensionäre. Die Auszahlung erfolgt nach dem Giesskannenprinzip, d.h. es bekommen ihn auch Millionäre. Bei Kleinverdienern hingegen erzielt er wenig bis keine Wirkung. Ab 2026, mit Eintritt der Babyboomer-Generation ins Pensionsalter, werden die zusätzlichen AHV Ausgaben als Folge der Reform in die Milliarden gehen.

Die Erhöhung der Lohnabzüge um 0,3 Prozent sowie der MWST um 0,6 Prozent, die vor allem die Jungen bezahlen, sind noch schwerer verdaulich, wenn mit dem AHV-Ausbau das Sanierungsziel gleichzeitig untergraben wird.

Das Fazit dieser Scheinreform fällt eindeutig aus: Sie bewirkt keine nachhaltige Stabilisierung der Altersvorsorge, gefährdet den Generationenvertrag durch ungleiche Verteilung von Lasten und Vorteilen, ist ein nur kurzfristig ausgelegtes Flickwerk und führt bald wieder zu Milliardendefiziten. Am Grundproblem, dass sich das Verhältnis von Bezügern und Einzahlern verschlechtert und die Lebenserwartung stetig steigt, ändert sie nichts. Eine Sanierung der AHV muss anders aussehen. Sagen Sie NEIN zu diesem untauglichen Vorschlag und zwingen Sie damit die Politik, nachhaltige Lösungen vorzulegen.

Paul Steiner, Gemeinderat SVP