Am nächsten Montag wollen 19 Mitglieder des Gemeinderats ein Postulat an den Stadtrat überweisen, dass diesen verpflichten soll, sich einmal im Jahr für die Verlängerung der Glattalbahn einzusetzen und Bericht zu erstatten. Auch für eine unterirdische Linienführung soll er sich einsetzen. Da ich das Projekt Innovationspark in den zwei zuständigen Kommissionen des Kantonsrates, der KEVU und der Spezialkommission IPZ begleitet habe, weiss ich, dass die Erschliessung bis zur Sicherstellung des Erfolges der ersten Etappe mit den bestehenden Buslinien geschehen wird und der Regierungsrat erst kürzlich bestätigt hat, dass die Kapazitäten dazu ausreichend seien.

Es macht den Eindruck, dass viele unserer Gemeinderatsmitglieder keine Ahnung haben, wie ein solcher Planungs-, Projektierungs- und Umsetzungsprozess abläuft. Hätte man den 200 Seiten-Bericht «Flight Plan» gelesen, welcher die Grundlage der Beratungen in der Spezialkommission IPZ war, hätte man das Vorgehen verstanden. Dort ist in der ersten Phase die Erschliessung mit Bussen beschrieben und wird bei der weiteren Planung auf das Agglomerationsprogramm Kanton Zürich der 4. Generation hingewiesen. Hier sind im Kapitel Stadt Zürich-Glattal beim Bereich Öffentlicher Verkehr 26 Projekte aufgeführt. Die beiden Teilgebiete der Glattalbahn-Verlängerung Giessen bis Bahnhof Dietlikon haben die Priorität C. Das heisst, dass wir mit einer Realisierung im Bereich 2035 bis 2040 rechnen können.

Dieses Agglomerationsprogramm ist wichtig, weil der Kanton Zürich dies dem Bund vorlegt und darauf hofft, dass dieser einen beachtlichen Teil der Kosten übernimmt. Insgesamt gibt es im Agglomerationsprogramm Stadt Zürich-Glattal der 4. Generation 117 Massnahmen mit Prioritäten A und B, die der Kanton dem Bund eingereicht hat. Die Gesamtkosten dieser Massnahmen betragen 1'433 Mio. Franken. Alle diese Projekte brauchen Kreditbeschlüsse und vielfach Volksabstimmungen. Dass eine Glattalbahn-Verlängerung mit Priorität C zur Einreichung für eine Mitfinanzierung des Bundes nicht in Frage kommt, sollte eigentlich allen einleuchten. Zumal dieses Projekt Kosten in dreistelligen Millionenbeträgen ausmachen und die Vorlage bei einer Volksabstimmung bestehen muss. Hier den Stadtrat mit der Aufgabe zu belästigen, jedes Jahr beim Regierungsrat vorzusprechen und dann einen Bericht abzugeben, ist grotesk.

Mit diesem Vorstoss wird die Glattalbahn-Verlängerung keine Minute früher realisiert werden. Darum wird die SVP diesen Vorstoss nicht unterstützen und ablehnen.

Orlando Wyss, Gemeinderat SVP

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