Es mag erstaunlich sein, dass aufgrund einer Anfrage an den Stadtrat eine Fraktionserklärung verlesen wird. Wäre diese Anfrage in Form einer Interpellation erfolgt und im Gemeinderat diskutiert worden, würden wir dies auch nicht machen. Sehr wahrscheinlich erfolgte diese Anfrage auch wegen der nicht gewünschten Diskussion im Gemeinderat nicht in der Form einer Interpellation. Die in der Gender-Stern-Gaga-Form eingereichte und aus diesem Grund sehr wahrscheinlich auch nicht von allen gelesene Anfrage befasst sich mit der Flugshow an der Love Ride in Kriegszeiten. Wir nehmen positiv zur Kenntnis, dass es der Anfragerin bewusst ist, dass das Love Ride in Dübendorf eine von den meisten Leuten unterstützte und gern gesehene Veranstaltung ist, obwohl dort nicht mit Vehikeln gefahren wird, die mithelfen, dass nach ihrer Ansicht bedrohte Weltklima zu retten. Auch positiv zu werten ist ihre Erkenntnis, dass die Patrouille Suisse in der Schweiz eine äusserst beliebte Institution ist.
Doch dann hört es mit der inhaltlichen Übereinkunft bei dieser Anfrage auf. Als erstes fragt man sich, ob es in der Gegenwart und auch Vergangenheit einmal eine Zeit ohne Kriege auf dieser Welt gegeben hat. Die Anfragerin suggeriert auch, dass der Militärflugplatz früher aktiv genutzt wurde und heute nicht mehr. Dies ist falsch. Der heute als Militärflugplatz mit ziviler Mitbenutzung aktiv betriebene Flugplatz hatte 2021 total 16’198 Flugbewegungen, davon waren 12’787 militärische. Sollte der Innovationspark umgesetzt werden, wird aus dem Areal ein ziviler Flugplatz mit militärischer Mitbenutzung. Dies ist aber immer noch ein Luftschloss. An diesem Sonntagmorgen, als die Flugshow stattfand, war ich in Dübendorf sportlich unterwegs. Überall sah ich am Wegrand staunende und zustimmende Zuschauerinnen und Zuschauer. Wie mir berichtet wurde, waren die tausenden von Zuschauern am Anlass selbst auch hell begeistert. Wie man hier bei dieser grossartigen Flugshow einen Bezug zu einem Krieg im Ausland herstellen kann, ist doch sehr gesucht. Doch sollten diese gutmenschlich-pazifistisch-träumenden Weltverbesserer einen Zusammenhang dieser tollen Darbietung der Patrouille Suisse an einer gemeinnützigen Veranstaltung mit dem Ukraine-Krieg herzustellen versuchen, muss man diesen in einer Traumwelt Lebenden vor Augen führen, wie die Wirklichkeit tatsächlich ist. Der Schweizer Bevölkerung ist durch den Ukraine-Krieg drastisch aufgezeigt worden, dass wir nach der 1989 durch die herbeiphantasierte immerwährende Friedenszeit unsere Armee todgespart haben und uns nun klargeworden ist, dass wir unsere Aufwendungen für die Verteidigung erhöhen müssen. Der Anfragerin müssen wir klarmachen, dass das Schweizervolk der Beschaffung von neuen Kampfjets, zwar knapp, aber unmissverständlich zugestimmt hat.
Und um auf die Anfrage zurückzukommen. Wir werden amerikanische Kampfjets F-35A Lightning II kaufen und keine Propellerflugzeuge, wie sich das die Anfragerin für die Flugshow beim Love Ride gewünscht hat. Die Darbietungen der Patrouille Suisse und auch die Bereitschaft in neue Kampfflugzeuge zu investieren, gibt unserer Bevölkerung die Gewissheit, dass wir es mit der Landesvereidigung ernst meinen. Und schliesslich ist es gerade die ukrainische Regierung, die um Unterstützung mit schweren Waffen bittet. Wir sind zuversichtlich, dass der Stadtrat der Anfragerin die Antwort auf ihre Anfrage in der nötigen Klarheit abgeben wird, aufgrund der Aussage von Martin Bäumle zur Interpellation von Lukas Schanz vom 2. September 2019, nach welcher der Stadtrat immer hinter dem Militärflugpatz Dübendorf und der Luftwaffe gestanden sei.
Die SVP erwartet gespannt diese Antwort und ist sich sicher, dass diese im Sinne der begeisterten Zuschauer des Love Ride, einer Veranstaltung für muskelkranke und beeinträchtigte Menschen, ausfallen wird.
Orlando Wyss, Gemeinderat SVP Dübendorf


