Diese Woche haben wir erfahren, dass über 1'600 Autofahrer in einer Woche bei der neueingeführten Tempo 30 Zone im Stadtzentrum gebüsst worden sind. Der vorgeschobene Sprecher des Stadtrates, Marco Strebel von der Stadtverwaltung, sprach von einem nicht aussergewöhnlichen Fall, was nicht nachvollziehbar ist. Der Stadtrat von Dübendorf hat die Autofahrer in nur einer Woche mit zwischen Fr. 70'000.- bis 100'000.- Bussgelder abgezockt.
Für wie blöd muss uns der Stadtrat halten, dass wir den Unsinn glauben, dass dies absolut nichts mit finanziellen Interessen, sondern nur mit der Sicherheit der Bürger zu tun hat. Man entfernt Fussgängerstreifen, so dass die Fussgänger ohne Vortrittsberechtigung über die Strassen hetzen müssen, man zwingt die Autofahrer sich auf ihren Tacho zu konzentrieren, ohne dass sich diese auf die Fussgänger konzentrieren können. Und in allem Ernst versucht uns die Stadtregierung weisszumachen, dass dies etwas mit der Erhöhung der Sicherheit zu tun hat. Das Gegenteil ist der Fall.
Die Situation im Stadtzentrum ist seit der Einführung dieser Massnahme für alle Verkehrsteilnehmer unsicherer geworden. Diese Tempo 30 Zone, welche noch hastig vor der Abstimmung über die Tempo 30 Zone auf Quartiererschliessungsstrassen ohne direktdemokratische Legimitation eingeführt wurde, wäre vom Stimmbürger mit mindestens 70 Prozent Nein Stimmen abgelehnt worden, hätte man ihn dazu befragt. Wir haben das Glück, dass an der nächsten Gemeinderatssitzung eine Motion der SVP zur Abstimmung gelangt, welche vom Stadtrat die Haltung zu dieser undemokratisch eingeführten Tempo 30 Zone Stadtzentrum im Hinblick auf die krasse negative Haltung der Dübendorfer Bevölkerung zu grossflächigen Einführungen von Tempo 30 Zonen in Dübendorf erfragen will. Damit uns der Stadtrat diese Antwort geben kann, welche sicher alle stimmberechtigten Dübendorfer brennend interessiert, ist es notwendig, dass der Gemeinderat diese Motion überweist.
Doch da ein gutes halbes Jahr später Kommunalwahlen sattfinden, bei welchen alle Parteien in Hochglanzprospekten ihre direktdemokratische Gesinnung und die Wichtigkeit des Souveräns in den Vordergrund rücken, bin ich guter Hoffnung, dass diese Motion an den Stadtrat überwiesen wird. Nur so kann uns der Stadtrat mitteilen, wie er es mit der direkten Demokratie hält und ob er gewillt ist, den Volkswillen umzusetzen. Diese Abstimmung im Gemeinderat über die Motion «Rückgängigmachung Tempo 30 im Stadtzentrum» wird uns aufzeigen, welche Parteien im Gemeinderat und auch der Stadtrat als Behörde, den Volkswillen ernst nehmen und auch die direkte Demokratie leben. Dies wird eine Wahlanalyse des Wählers für die Kommunalwahlen im März 2022 sein.
Ernst Scherrer Kreuzbühlstrasse 28 8600 Dübendorf


